Der Emons Verlag macht deutsche Krimis in Italien populär

 

Deutschland ist Import-Weltmeister, zumindest in Sachen Kriminalliteratur. Laut Krimikritiker Tobias Gohlis lesen die Deutschen zwar mehr und mehr Krimis aus anderen Ländern, umgekehrt hat der deutsche Kriminalroman international seiner Meinung nach jedoch erheblichen Nachholbedarf. In einem Artikel für das Goethe Institut bemängelte er im Dezember 2016, dass weite Teile der »relevanten« deutschsprachigen Kriminalliteratur schlichtweg nicht übersetzt würden.

 

Was für das anglophone Ausland stimmen mag, stellt sich südlich der Alpen gerade vollkommen anders da: Gialli Tedeschi, Krimis aus Deutschland, sind der große Trend auf dem italienischen Buchmarkt. Immer mehr deutschsprachige Autorinnen und Autoren erscheinen dort mit ihren Krimis. Buchhandel, Leser und Kritiker sind begeistert. Zuletzt veröffentlichte die auflagenstarke Zeitschrift »Il Venerdì« ein wahres Loblied auf den deutschen Kriminalroman im Allgemeinen und Friedrich Ani im Besonderen. »Die deutschen Autoren haben es, insbesondere in den vergangenen Jahren, geschafft, sich vom Etikett der Genre-Literatur zu emanzipieren und gelten heute als ›scrittori a tutto tondo‹ – als vollwertige Schriftsteller.« Auch die anderen großen italienischen Medien von »Il Fatto Quotidano« über »La Repubblica« zu »Il Giornale« und viele mehr haben bereits groß über den Trend berichtet.

 

Mit verantwortlich dafür ist der Kölner Verleger Hejo Emons. Bereits 2010 gründete er mit Partnern in Rom den Verlag Emons Italia, ursprünglich mit dem Ziel, in den damals noch jungen italienischen Hörbuchmarkt einzusteigen. Mit den emons audiolibri ist der Verlag inzwischen Marktführer in diesem Segment. Seit 2015 erscheinen bei Emons Italia auch Bücher: ausgewählte Titel aus der Reihe »111 Orte, die man gesehen haben muss« und die Gialli Tedeschi, die deutschen Krimis. Darunter finden sich neben Titeln aus dem deutschen Emons-Programm auch Autorinnen und Autoren anderer deutscher Verlage wie Simone Buchholz, Klüpfel und Kobr, Harald Gilbers oder eben Friedrich Ani. Insgesamt sind bisher zwölf Titel in der Reihe erschienen.

 

Auf der Bestsellerliste sind die Titel zwar noch nicht gelandet, aber aufgrund des außerordentlichen Medienechos und der erfreulich positiven Berichterstattung entwickelt sich der noch junge Trend mit einer außergewöhnlichen Dynamik.
 

 

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